
| Reisebericht von Felix Mendelssohn Bartholdy an der Ruhr |
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Auzug eines Briefs aus Düsseldorf an seinen Vater in Berlin Baden und mein Pferd zu reiten [.....]. Neulich machte ich wieder eine Reitparthie nach Saarn [....]; der Weg war wieder reizend, obwohl anders als im Frühjahr, der Apfelbaum an der Kegelbahn der damals blühte hatte nun dicke, unreife grüne Aepfel, und ich konnte übers Stoppelfeld reiten und durch einen Nebenweg in den dicken schattigen Wald [...]. Tags drauf ritt ich von da weiter nach Werden, einen allerliebst gelegenen Orte, wo ich eine Orgel zu untersuchen hatte, die ganze Gesellschaft [aus Saarn] fuhr mit, es wurde Kirschkuchen aus dem Wagen aufs Pferd gereicht, in Werden im Freien gegessen, auf der Orgel erging ich nach Herzenslust in Phantasieen und Sebastian Bächen, dann wurde in der Ruhr gebadet so kühl und abendlich, daß es eine Wonne war, dann ritt ich sehr behaglich wieder nach Saarn. Beim Baden in der Ruhr war es apart schön, erstlich ein Platz dicht am Wasser mit hohem Grase, in dem große, behauene Steine lagen, wie für einen Sultan express hingelegt fürs Abkühlen und für die Kleider, dann kam man gleich am Ufer bis an den Hals ins Wasser, dann waren die bewachchsenen Berge gegenüber hell von der Abendsonne beschienen, und der kleine Fluß der nur sehr langsam fließt ganz kühl und schattig. [...]
Liebe Mutter die Königin von Bayern habe ich gesehen, aber nicht in Galla, sondern ich saß im Kahn und wollte nebst zwei anderen eben in den Rhein springen, da kam sie auf einem Dampfboot an, da wir nun alle keine Schwimmhosen hatten, welches sich bei Hof nicht schicken soll, so sprangen wir a tempo ins Wasser, als sie näher kam und besahen von da aus alle Ceremonieen, mit denen Graf von Spee die Geistlichkeit und die Generale vorstellte, und wie Senatus Populusque Dusseldorfiensis am Ufer stand und Musik machte.“ (S. G.)
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