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Day of Song - Der größte Chor der Welt
Leserbrief
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Kottenberg,
ganz herzlichen Dank für Ihre Aktivitäten und Ihre viele Arbeit für den Day of song. Besonders unserem Vorsitzenden, Klaus Kottenberg, der so lange und intensiv in die Planungsarbeiten dieses Tages eingebunden war, möchten wir vom Chor Seliger Nikolaus Groß, Bochum-Grumme, danken! Anbei ein persönlicher Bericht, wie wir den Abend auf Schalke erlebt haben.
Cornelia Schweihoff
Vor fast zwei Jahren gab ich im Chor die Werbung unseres Bistums-Verbandsvorsitzenden Klaus Kottenberg für ein besonderes Ereignis im Kulturhauptstadtjahr weiter: Ein Chortag im Revier - den ganzen Tag lang mit einem Höhepunkt in der Schalke-Arena. Über 50.000 Sängerinnen und Sänger sollten da zusammenkommen, ein Jahrhundertereignis. Vielen Chormitgliedern sah ich es an: "Kür du man" stand in den Gesichtern. Wer sollte das glauben? Und bis dahin würde noch viel Wasser die Ruhr herunterfließen, also mal abwarten.
Dann kam der 5. Juni 2010 - und wir sahen uns in der Veltins-Arena um. Über 60.000 Menschen, tolle Solisten und die Bochumer Symphoniker unter Leitung
von Stephen Sloane im Mittelpunkt - Gänsehaut-Feeling! Rund 100 der über 700 Chöre aus 55 Städten waren Kirchenchöre des Bistums Essen.
Stephen Sloane ließ uns gar nicht lange Zeit zum Staunen. Gleich ging es los "Glück auf, der Steiger kommt" erklang im Rund - und über die großen
Monitore sah man ihn strahlen - das Experiment schien zu gelingen. Aufmerksam und mit großer Freude folgten wir seinem gekonnten und motivierenden Dirigat. Die musikalische Vielfalt des Abends kann ich hier gar nicht wiedergeben. Eine kleine Liste verschiedener Werke lässt es erahnen: Zigeunerchor aus Troubadour - Was wir alleine nicht schaffen - Let it be - Kein schöner Land - Gefangenenchor aus Nabucco - Ave Maria - Land of hope and glorie - Komm zur Ruhr.
Ich würde gerne drei Highlights nennen. Gerade war ein modernes Werk laut und mit eindringlichen Trommelklängen afrikanischer Art verstummt, da trat
Bobby McFerrin - ein Stimmwunder, das Alt und Jung mit "Stimmübungen" über 4 Oktaven schon mitgerissen hatte - wieder auf die Bühne und begann mit seiner
Stimme eine eher leise aber eindringliche Begleitung für das nächste Werk, das Ave Maria von Bach-Gounod. Und nur mit dieser Begleitung antworteten die
60.000 Menschen mit ebenso sensiblem Gesang dieses so bekannten Werkes.
Gleich anschließend durften wir uns dann wieder "loslassen". Das Halleluja von Händel sollte gesungen werden - mit den Spielfeldchören und allen auf
den Tribünen. Wir im Grummer Chor haben uns schon schwer getan, die ganzen Hallelujas im Stück sängerisch zu koordinieren. Vor einiger Zeit haben wir
es mal mit rund 200 Sängern in Wattenscheid gesungen - das war schon gigantisch. Und nun sollten das 60.000 Menschen tun. Das konnte eigentlich
nicht gut gehen. Und prompt musste Sloane abbrechen - das einzige Mal an diesem Abend. Mit seinen Hinweisen, wie wir zu singen hatten, fing es neu
an. Und das Wunder geschah. Dieses nicht einfache Werk aus so vielen Kehlen, das war einfach gigantisch.>Und fast zum Schluss des Abends fühlten wir uns dann wie bei einer Night of the Proms. Hüpfend und mit Begeisterung sangen wir Land of Hope and Glory.
Ach, war das schön.
Wäre es nicht schon so spät gewesen, es hätte noch Stunden so weiter gehen können. Viele, besonders die, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist waren, hatten noch einen langen Heimweg vor sich. Ich habe gehört, dass auf dem Weg zu den Bahnen und in den Bahnen dann noch lange, lange der Kanon "Hejo, spann den Wagen an" erklang. Und noch lange, lange werde ich sagen: Halleluja, gut, dass ich dabei war.
Stolz war ich zudem als Bochumerin. Was Stephen Sloane an diesem Abend geboten hatte, das können nicht viele. Hoffen wir, er bleibt uns in Bochum noch lange erhalten.