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Stimmgewalt aus 350 Kehlen

 

Essener Chöre aus vier Pfarreien singen am Ludgerusschrein

 

Gemeinsam singen die Chöre der vier Essener Pfarreien
die Statio in der Werdener St.-Ludgerus-Basilika

6 Uhr, der Wecker klingelte eigentlich viel zu früh für einen Samstagmorgen. Aber an diesem 23. Mai wurde „In der Spur des Glaubens“ nach Werden gepilgert.

Werden begeht in diesem Jahr den 1200. Todestag des heiligen Ludger und so machten sich die Kirchenmusiker, Chorsängerinnen und -sänger mit den Gläubigen der Essener Pfarreien St. Gertrud, St. Josef Ruhrhalbinsel, St. Lambertus und St. Laurentius zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Auto oder mit der weißen Flotte über den Baldeneysee auf den Weg, um den Schrein des heiligen Ludgerus zu besuchen.

Um 10.45 Uhr trafen sich alle Pilger an der Luciuskirche in Werden, um dann in einer gemeinsamen Prozession zur Basilika St. Ludgerus zu ziehen. Zur dortigen Statio um 11.30 Uhr trafen die Chorsängerinnen und -sänger der vier Pfarreien aufeinander. Unter der Leitung von Guido Lorger und entgegen aller Unkenrufe klappte das Zusammensingen von zu diesem Zeitpunkt ca. 250 sangesfreudiger Kehlen hervorragend und machte diese Eröffnungsfeier zu einem besonderen Erlebnis. Im Anschluss konnten sich die Pilger bei Kaffee und Kuchen hinter der Basilika oder im schönen Werden stärken.

Um 13:30 Uhr luden die Chöre, Kirchenmusiker und kirchenmusikalischen Gruppen der beteiligten vier Pfarreien zur „Musik zur Mittagszeit“  in die evangelische Kirche ein.

Nach einer sehr anschaulichen Erklärung zu den baulichen Besonderheiten der evangelischen Kirche wurde ein abwechslungsreiches musikalisches Programm geboten:

Die Chöre der Pfarrei St. Josef Essen Ruhrhalbinsel boten unter der Leitung von Guido Lorger und Friedhelm Schüngel klassische und moderne Chormusik. Dirk Homberg intonierte im Wechsel dazu drei sehr schöne Orgelstücke.
Aus der Pfarrei St. Lambertus kam der Kantor Michael Hügen mit seiner Tochter Salome nach Werden.  Zwei gemeinsame Stücke für Orgel und Flöte und ein Solostück für Altflöte des japanischen Komponisten Ryohei Hirase begeisterten (und verwirrten vielleicht auch) das Publikum.
Schwungvoll ging es mit der Pfarrei St. Gertrud weiter. Ein etwa zehnköpfiger Chor der Gemeinde St. Bonifatius sang neue geistliche Musik und Gospels.
Zum Abschluss boten die Chöre der Pfarrei St. Laurentius ein musikalisches Programm von Arcadelt bis Wilson.
Durch die bunten Fenster tauchte der Sonnenschein die Kirche in ein besonderes Licht und machte diese heiter- besinnlichen 1 ½  Stunden zu einem Augen- und Ohrenschmaus.

Viel Zeit blieb nicht und alle Sängerinnen und Sänger mussten sich auf den Weg zurück zur Basilika machen.
Um 15.30 Uhr begann das Pontifikalamt mit Weihbischof em. Franz Grave. Etwa 350 Sänger/innen sangen aus voller Kehle zum Lobe Gottes und die Messe wurde ein würdiger Höhepunkt und auch Abschluss des Tages.

Es ist den Chorsängerinnen und -sängern hoch anzurechnen, dass sie sich trotz vielfältiger, unterschiedlicher musikalischer Verpflichtungen in ihren Gemeinden in einer solch großen Anzahl auf den Weg gemacht haben. Dies zeigt, dass auch in Zeiten mangelnder Finanzen kirchenmusikalischer Aufbau, und nicht Abbau, gefragt ist.
Cäcilienverbandsvorsitzender Klaus Kottenberg hat dieses kirchenmusikalische Ereignis gewiss mit großer Freude zur Kenntnis genommen.   (A. Felderhoff)

In der evangelischen Kirche luden die
Pfarreichöre zur "Musik zur Mittagszeit"