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Großer Chor - besinnliche Töne

Oberhausen: Dreiklang-Kirchenkonzert in St. Marien Rothebusch ein Erfolg
 

Wieder voll besetzt:: Rothebusch scheint sich zu einem kleinen kirchenmusikalischen Zentrum zu entwickeln. (Foto: pr)Wieder war die Kirche fast bis auf den letzten Platz besetzt, als der Kirchenchor St. Marien Rothebusch zu seinem Jahreskonzert einlud. Rothebusch scheint sich mit seinen "Dreiklang"-Kirchenkonzerten, den Rothebuscher Orgelvespern und den vielen musikalisch gestalteten Gottesdiensten offensichtlich zu einem kleinen Zentrum kirchenmusikalischer Aktivitäten zu entwickeln. Und das Erfreuliche: Das Angebot wird von der Bevölkerung angenommen.

Kirchenmusiker Wolfgang Koppen hatte ein der Fastenzeit bzw. österlichen Bußzeit angemessenes Programm zusammengestellt. Das bekannteste Oratorium von G. F. Händel, "Der Messias" befasst sich in drei Teilen mit I. der Verheißung und Geburt des Heilands, II. dem Leiden und der Auferstehung Jesu und III. der Erlösung. Koppen hat den II. Teil mit sechs Chören sowie zahlreichen Rezitativen und Arien zu einem kleinen Passionsoratorium von 45 Minuten Dauer zusammengestellt. Darin war aber nicht, wie in Passionsoratorien sonst üblich, die Leidensgeschichte Jesu zu hören, sondern es erklangen ausschließlich Betrachtungen über das Opfer der Erlösung durch Leid und Kreuz, den Weg zur Auferstehung, die Aufnahme des Gottessohnes im Himmel sowie den Beginn der Missionierung und den Widerstand der Welt und der Herrscher gegen das Evangelium. Ganz bewusst wurde auf das bekannte „Halleluja“ mit seinen bombastischen Klängen durch Trompeten und Pauken verzichtet. Die folgende Kantate „Liebster Jesu, mein Verlangen“ von J. S. Bach, ein Dialog zwischen Sopran und Bass, befasste sich inhaltlich mit der Sehnsucht der menschlichen Seele (Sopran) nach Christus (Bass) und dem Schmerz der Trennung. Versöhnlich-heiter wirkte anschließend das dritte Werk des Abends, die Missa brevis in D-Dur von W. A. Mozart, das den 90-minütigen Konzertabend beendete.

Solistenensemble rundete Klangild ab

Die Kantorei Buschhausen, 1987 von ihrem Leiter Wolfgang Koppen gegründet, und der heimische Kirchenchor entwickelten sich zu einem harmonischen Klangkörper, der auch bei den dramatischen Stellen in Händels Oratorium nie aufdringlich wirkte. Erstaunlich leicht klangen die technisch schwierigen Passagen im letzten Händel-Chor "Auf, zerreißet ihre Bande".

Das Solistenensemble rundete das klangliche Bild durch strahlenden Glanz und gute Diktion ab. Barbara Kreibich (Sopran) machte vor allem durch schreitende Bewegung in der Arie "Wie lieblich ist der Boten Schritt" auf sich aufmerksam - und ganz besonders in der Eingangsarie der Bachkantate im Wetteifern mit der solistischen Oboe.
Die Altistin Doris Sawallich überzeugte besonders in der Arie "Er ward verschmähet und verachtet" mit ihrer warmen Stimme. Der souveräne Tenor Thomas Iwe war die ideale Besetzung für die Rezitative und Ariosi im "Messias", stets sicher begleitet von der Continuo-Gruppe mit Laurenz Lankes an der Orgel, und der Bassist Christian Palm gestaltete mit starkem Ausdruck und guter Stimmführung seine Arien und ein Duett mit der Sopranistin. Idealer und stets zuverlässiger Partner war das Orchester "Vielharmonie Düsseldorf" mit der Konzertmeisterin Anke Vogelsänger. Wolfgang Koppen führte den 70 Personen starken Aufführungsapparat und gestaltete durch klare Zeichengebung.

Lang anhaltender Beifall war der Dank der vielen Zuhörer für den gelungenen Konzertabend. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Bei der ersten Kirchenchorprobe nach dem Konzert meldeten sich zwei neue Sänger für den Kirchenchor und eine Sängerin für die Kantorei.