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DAY OF SONG: Wenn alles wie am Schnürchen läuft…

…ist das keine Selbstverständlichkeit, auch wenn alles noch so akribisch vorgeplant wurde. Angesichts der zu umschiffenden Hürden ist es fast ein kleines Wunder, dass der DAY OF SONG im Pfarreichorbezirk Essen-Frintrop so unbeschwert und mitreißend über die Bühne gebracht werden konnte. Es stimmte einfach alles - bis hin zum strahlenden Sonnenschein. Der Funke sprang sprichwörtlich über: mehr als 200 Aktive sorgten dafür, dass über 1.700 Interessierten die Freude am Singen und Musizieren hautnah vermittelt werden konnte.

Nach dem morgendlichen Einsatz der Kirchenchöre in den Senioreneinrichtungen der Pfarrei wurde in der Frintroper Straßenbahnschleife knapp zwei Stunden lang ein bunter Strauß beliebter Melodien aus Rock und Pop sowie Evergreens aus Kindertagen geboten. Nicht nur das Mitklatschen feuerte die großen und kleinen Sängerinnen und Sänger zu Höchstleistungen in gefühlter Sommerhitze an. Der launige Moderator Herbert Mühlenbeck musste nicht lange bitten, so dass der „Chorgeist“ schnell auf das Publikum übergriff und die Zahl der aktiven Mitsänger von Lied zu Lied stieg.

Erfolgsrezept: Guter Zusammenhalt
Pfarreichorvorsitzender Paul Schug: „Das hätten wir uns nicht im entferntesten träumen lassen, dass unsere 18-monatige Vorbereitungszeit sich tatsächlich zu solch einem phänomenalen Erfolg entwickeln würde.“ Der Koordinierende Kirchenmusiker der Pfarrei St. Josef in Essen-Frintrop, Norbert Möhrer ergänzt: „Ich bin heilfroh, dass alles so gut geklappt hat und niemandem aufgefallen ist, dass wir manche Probleme dank des guten Zusammenhalts buchstäblich erst in letzter Sekunde vor dem Konzert noch aus dem Weg räumen konnten.“

Auch ohne diese Endspurt-Einschränkungen war der Aufwand schon enorm: Wer ein solches Ereignis auf der grünen Wiese organisiert, muss an alles denken: Von der Bühne bis zum Stromanschluss, von der Sound-Anlage bis zu Toiletten, von der Nachtwache bis zur Endreinigung, von Plakaten bis zum Rasenmähen. Auch die Kirchenmusiker gaben alles, stellten das abwechslungsreiche Programm zusammen, arrangierten, wo nötig, neu und probten monatelang mit der 200-köpfigen Sängerschar sowie den 13 Bandmusikern. Der Borbecker Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr, die 100 „Borbecker Halblang“-Figuren, wurden eingeladen und eine historische Straßenbahn organisiert, um eine wunderbare Kulisse in der Gleisschleife zu ermöglichen.

Ohne Strom kein Sound
Soweit so gut, wenn nicht der eifrige Straßenbahnfahrer mit seinem nostalgischen Gefährt kurz vor dem Einsingen der Choristen noch das Starkstromkabel für die Tontechnik überfahren hätte… Norbert Möhrer: „Da hilft nur Ruhe bewahren, die Drähte glühen lassen und in Windeseile neue Strippen ziehen. Schließlich hätte es ja auch noch schlimmer können. Wenn nämlich auch das Mischpult hin gewesen wäre, hätten wir das Konzert noch absagen müssen.“

Das hätte allerdings auch schon in der Vorwoche Realität werden können: So läuteten bei Paul Schug sämtliche Alarmglocken, als er erfuhr, dass die lang erteilte Genehmigung für den spektakulären Schauplatz an der viel befahrenen Verkehrsachse Frintroper Straße infrage stand. Dank intensiver Gespräche hinter den Kulissen konnte diese Hürde dann aber doch noch genommen werden.

Halleluja

Nach dem Konzert war aber noch lange nicht Schluss: Zur Einstimmung auf das abendliche Musikfest in der Schalke-Arena lud der Kirchenchor St. Antonius Abbas zu seinem Ausflugstag mit einer zünftigen Brotzeit. So gestärkt kamen die Sänger auch gern dem Choreinsatzsignal von Steven Sloane im großen Stadionrund nach und schmetterten zusammen mit 55.000 anderen Finalteilnehmern ein kräftiges „Halleluja“.
(Beate Kostka, Paul Schug, Norbert Möhrer)